Trockenschäden im Mais
05/2018

Trockenschäden im Mais

Warten oder Häckseln? In vielen Regionen leidet der Mais unter der anhaltenden Dürre. Je nach Standort und Sorte sind die Schäden unterschiedlich stark ausgeprägt und reichen von komplettem Ausfall bis hin zu vereinzelten Dürreschäden. Wir empfehlen, die Bestände genau im Blick zu halten.

• Noch grüne Maisbestände mit Fahne aber ohne Kolben weisen gegenwärtig TS-Gehalte von 22 bis 24 % und Zuckergehalte von 18 bis 23 % auf. Erhalten diese Bestände in den nächsten Tagen keine nennenswerten Niederschläge, sind auch hier keine Ertragszuwächse mehr zu erwarten. Mit der Ernte sollte begonnen werden bei TS-Gehalten von 28 % bis 30 %, da dann Sickersaft- und Silier-Verluste sich in Grenzen halten. Hier entscheidet die Silierbarkeit über den Erntetermin.

• In Maisbeständen die nach der Befruchtung des Kolbens unter sehr starker Trockenheit leiden, findet nur eine reduzierte Assimilatproduktion statt. Hier werden die bereits im Stängel eingelagerten Einfachzucker in den Kolben umverlagert  und als Stärke in den Kolben eingelagert. In diesen Beständen kann man nur noch mit Zuckergehalten von weniger als 15 % rechnen. Trockensubstanzzuwächse kommen hier zum einen über die Kolbenausbildung und zum anderen über das Vertrocknen der Blätter. Auch hier sollte die Ernte frühesten bei TS-Gehalten von mehr als 28 % erfolgen.

• Völlig vertrocknet  aussehende Maisbestände (geringer Wuchs, ohne Fahne und Kolben, fast alle Blätter eingerollt und vertrocknet) haben oft geringere TS-Gehalte als erwartet. Der Trockensubstanzgehalt sollte unbedingt ermittelt werden, da der optische Eindruck oft täuscht und im  Stängel noch relativ viel Wasser gespeichert sein kann. Von diesen Beständen ist in der Regel kein Ertragszuwachs mehr zu erwarten. Bei einer sofortigen Ernte ist, bedingt durch die geringen TS- Gehalte (> 25 %), mit sehr hohen Silier- und Sickersaftverlusten zu rechnen. 

•  Kontrollieren Sie die Restpflanze. Es ist besonders wichtig, unter diesen Bedingungen den Zustand der Restpflanze zu kontrollieren: halbieren Sie einen Stängel, fahren Sie mit dem Daumen am Stängelmark entlang. Sammelt sich am Daumennagel noch Flüssigkeit, kann sich die Pflanze oft noch regenerieren. Ist das Innere strohig und trocken, sollten Sie sofort ernten. Die Restpflanze entscheidet im Moment über den Silierzeitpunkt.
 

DOWNLOAD: TS-Gehalte von trockengeschädigten Mais

 

Für die Ernte bedeutet das konkret:

  • Häckseln Sie  möglichst kurz (4-6 mm), um eine ausreichende Verdichtung auch bei Beständen mit Dürreschäden zu erreichen.
  • Die maximale Dicke der zu verdichtenden Schicht sollte 30 cm nicht überschreiten.
  • Sorgen Sie für ausreichende Verdichtung (Schwere Schlepper, hoher Luftdruck)
  • Sorgen Sie für schnelle, luftdichte Abdeckung des Futterstocks
  • Bei ungünstigem (trockenen) Ausgangsmaterial sollte der Einsatz von (flüssigen!) Siliermitteln zur Verbesserung der aeroben Stabilität in Betracht gezogen werden.
  • Bei Silagen von kolbenlosem, vertrocknetem Mais ist mit Energiegehalten von 5,4 bis 5,8 MJ NEL /kg TM zu rechnen. Durch den relativ hohen Zuckergehalt und Hefebesatz besteht bei diesen Silagen besonders die  Gefahr von Nacherwärmungen.
  • Stark von Dürre geschädigter Mais bildet „Gummikolben“, reduziert die Körner und scheidet damit für die Körnernutzung aus. Er sollte als Silomais gehäckselt werden.

 

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